Heute ist Frauentag.
Gegen 8 Uhr morgens aufgewacht, erstmal am Handy rumgescrollt. Den ganzen Vormittag „Unstoppable High Kick“ und Videos zum US-Irak-Krieg geschaut – bis nach 11. Riesen-Schuldgefühl. Kopf dröhnt, fühle mich total leer und gelangweilt.
So ein Nichtsnutz-Dasein kann’s nicht mehr sein.
Hab mich für 14 Uhr zum Muay-Thai-Training angemeldet. Seit einem Monat keinen Sport gemacht, spüre, wie die Lebensenergie im Körper gar nicht fließt – total steif. Seit dem Frühlingsfest nur gefressen, bis 2–3 Uhr nachts wach, Hormone durcheinander, Pickel im Gesicht, Erkältung immer noch nicht weg.
14 Uhr Muay Thai, 16 Uhr zur Physio beim Reha-Therapeuten.
Um 17 Uhr fühle ich mich wieder lebendig. Selbst die Atmung geht frei.
Vorher hatte ich immer das Gefühl, die Luft kommt nur bis zu den Schultern, sie sinkt nicht ab. Der Therapeut sagt, das Problem liegt nicht in der Brust, sondern im Magen-Darm-Bereich – die Muskeln dort sind zu verspannt, deshalb kann die Atmung nicht tiefer gehen. Nachdem sie die Verspannungen gelöst hat, spüre ich sofort einen Unterschied.
Am Abend mit dem Mac ins Café. Ein bisschen arbeiten – erst dann fühlt sich der Tag nicht verschwendet an.